April 2026

Ich kann fliegen
allen Ungläubigen zum Trotz
ja es ist eine Gabe
die ich mir angeeignet habe …

Auszug aus dem Gedicht „Vom Fliegen“, aus „Verdichtungen im moosgrün und herzblutrot (siehe bei Veröffentlichungen)

März 2026

Schroffe Berge und raue Täler
glätte ich mit meinen Armen
atme sanfte Wellen in unruhige Flüsse
murmle den alten Geistern
drehe mich im Blau des Himmels

Februar 2026

Goldspagat zwischen
Blick und Ohr
staunend ächzen

die Königin wächst
aus löchrigen Kleidern
steigen tiefe Gebete

die Nabelschnur des Tuns
am hungrigem Mund
Träume leben in Händen

inspiriert von der Ausstellung „Motherscape“, Leiko Ikemura, Albertina Wien

Jänner 2026

gepunktete Wahrheiten über graue Mauern
getupfte Liebe über verblasste Haut
Sehnsuchtslinien entlang ins Universum
Gedanken in Farben getränkt
Muster der Geborgenheit erfinden
Angstvermalungen über bissige Schatten
die Nächte mit Himmelbunt zähmen
im Meerbunt neugeboren werden
und Hoffnngsbunt tief einatmen
Landschaften der Zuversicht ausatmen
und dem WIssen der Hände folgen

Ein buntes Bild ist ein gutes Zuhause!

inspiriert von Yayoi Kusama – Basel, Retrospektive

Oktober 2025

der Herbst fließt und bläst und drängt
durch meine Poren
in meine Adern
in mein Herz
ich lese auf einem  Ahornblatt
rostrote Worte
mein Lippen flüstern kastanienbraun
meine Hände greifen im Laub
nach Liebe

August 2025

Das Meer ist in mir
wie der Wald und die Erde und der Himmel
das Meer ruft säuselnd und spricht
mit mir in einer Sprache
die mein Körper versteht
ich welle mit dem Meer
und das Meer wellt in mir
und bis in meine Haarspitzen
meine Haare wellig wie das Meer
lieben den Wind

der Wind verleiht dem Meer Flügel
mein Innerstes glaubt dem Meer alle Versprechen
es rauscht in meine Sinne
Tränen aller Art versinken
der Kopf bleibt über Wasser
das Meer flutet in mir zu einem Lachen
am Horizont ist ein Segelboot
und auch ich spanne meine Segel

sitze ich zerzaust am Meeressaum
meine Zehen im Sand
fingert das Meer nach mir
und streicht meine aufgewühlten Ufer glatt
das Meer ist eine große Mutter
milchblau lässt sie mich schweben
umfließt mich mit schonungsloser Geborgenheit
spült und ergreift
breitet wogende Arme zur weiten Umarmung
das Blau des Meeres und des Himmels
ist in meinen Augen.
und auch das Moosgrün der Wälder
wie das Moosgrüne meines Vaters

das Meer tanzt
und tanzt in mir
und ich tanze im Meer
das Meer ist mein Kleid
greift mit tosenden Wellen
nach Spuren.
das Jetzt ist an den Rändern schnell weggespült
ewig ist nur das Meeresrauschen

Kurzversion des lyrischen Textes „Das Meer in mir bewegt Träume“

Juli 2025

Islands Moose moosen
mit den Moosen meiner Haut

Moostrunken  woge ich
in den Gezeiten deiner Wunder.

Erloschene Vulkane vermoosen dir wie mir
darunter pulst der Himmel sein Blau ins weite Grün

Winde rütteln und wühlen unsere Meere
wolkig senkt der Himmel sein Blau ins weite Grün

Moosig heilen raue Felsen
stetig wuchert über alle Tode das Leben wieder neu